Fuchtel auf dem „heißen Stuhl“

Auf dem „heißen Stuhl“ des Schmidbauernhofs beantwortete der CDU-Bundestagsabgeordnete Hans-Joachim Fuchtel (rechts) die vielen Fragen der Bürger aus Bad Rippoldsau-Schapbach.

Treffpunkt Landgasthof: Bürger stellen viele Fragen / Badnerlied zum Abschluss

 

Bad Rippoldsau-Schapbach (k-w). Die Pro-Kopf-Verschuldung ist mit 1800 Euro besonders hoch, die finanzielle Situation im Wolftal alles andere als rosig. Dennoch ließ es sich der CDU-Bundestagsabgeordnete Hans-Joachim Fuchtel nicht nehmen, auch diesen „hintersten Zipfel“ seines Wahlkreises zu besuchen.

 

Umso dankbarer zeigten sich die Bürgerinnen und Bürger von Bad Rippoldsau-Schapbach, weshalb die „Tränke“ des Schmidbauernhofs rappelvoll war, als der Parlamentarische Staatssekretär sich „auf den heißen Stuhl“ setzte, wie er selber schmunzelnd anmerkte. Von dort beantwortete er die vielen Fragen, die den Menschen im Wolftal auf den Nägeln brennen. Die reichten von der Bildungspolitik über den sozialen Wohnungsbau bis in die europäische Politik hinein. „Wir sehen in Deutschland wie in ganz Europa Aufwind“, betonte Fuchtel, „da wäre es doch fatal, den Populisten das Feld zu überlassen.“

In den Straßenbau und das Versorgungsnetz eines kilometerlangen Tals zu investieren sei ungleich schwerer als in die Infrastruktur eines Ballungsraums, machte CDU-Gemeinderat Ulrich Krauth deutlich. „Ohne Hilfe packen wir das nicht“, sagte auch Bürgermeister Bernhard Waidele.

„Wir müssen viel häufiger den Finger für die dörflichen Strukturen erheben“, betonte Fuchtel unter dem Beifall seiner Zuhörer, „denn wir dürfen nicht zulassen, dass der ländliche Raum abgehängt wird.“ Dazu gehörten nicht nur die gastronomischen Angebote und das Gewerbe, sondern auch das schnelle Internet, um im technischen Wandel Schritt halten zu können. “Bildung ist eines der zentralen Schlüsselwörter“, so Fuchtel, das sei auch ein Grund, weshalb „der ländliche Raum endlich funklochfrei werden muss.“

Gerade eben leiste er Aufklärungsarbeit in Berlin, dass die tiefen Schwarzwaldtäler besser versorgt werden können. Dafür habe er ein vom Bund gefördertes Modellprojekt im Visier, „damit wir sowohl unseren Mittelstand als auch die jungen Leute nicht verlieren.“ Der Bund habe für die Digitalisierung ein Milliardenprogramm aufgelegt, von dem auch sein Wahlkreis profitieren werde. Zur Untermauerung dieser Forderungen denke er an die Fortsetzung seiner Breitband-Konferenzen für die Region nach.

Dass die Schwarzwaldklinik als „eine der größten Brachen Baden-Württembergs“ wieder mit Leben erfüllt wird, ist in Fuchtels Augen ein zentrales Anliegen. „Die Chinesen lieben unsere Landschaft und unsere gute Luft“, sagte der Parlamentarier. Das allein genüge jedoch nicht, machte er deutlich, „wir brauchen weitere zusätzliche Inszenierungen.“

Fuchtel dankte den Bürgerinnen und Bürgern für die sehr sachlich geführte Gesprächsrunde. „Ich will Euch gerne helfen“, unterstrich er, ehe der Abend nach über drei Stunden mit dem kräftig gesungenen Badnerlied zu Ende ging.